Forschung und Entwicklung

Der Weg zur emissionsfreien Mobilität

Der Weg zur emissionsfreien Mobilität

Höchste Priorität für Forschung und Entwicklung. Forschung und Entwicklung spielen bei Daimler eine Schlüsselrolle. Der Tradition von Gottlieb Daimler und Carl Benz folgend verstehen wir uns seit jeher als Pioniere und Innovationstreiber in der Automobilindustrie. Deshalb haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Jahr 2009 trotz der insgesamt sehr schwierigen Marktbedingungen mit Nachdruck vorangetrieben. Unsere Forschung antizipiert Trends, Kundenwünsche und Anforderungen an die Mobilität der Zukunft, die von der Entwicklung konsequent in serienreife Produkte umgesetzt werden. Es ist unser Ziel, unseren Kunden faszinierende Produkte und maßgeschneiderte Lösungen für eine bedarfsgerechte, sichere und nachhaltige Mobilität anzubieten. Darauf richten wir unser Technologieportfolio und unsere Kernkompetenzen aus (vgl. Innovation, Sicherheit und Umwelt)

18.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschungs- und Entwicklungsbereichen. Wesentliche Faktoren für den Markterfolg unserer Fahrzeuge sind das Know-how, die Kreativität und die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung. Zum Jahresende 2009 arbeiteten bei Daimler weltweit 18.800 (i.V. 18.900) Personen in Forschungs- und in Entwicklungsbereichen. Davon waren 11.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ressort Konzernforschung & Mercedes- Benz Cars Entwicklung tätig, 5.100 Beschäftigte sind dem Geschäftsfeld Daimler Trucks zuzurechnen, 800 dem Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans und 1.100 Daimler Buses. Rund 3.500 (i.V. 3.600) Forscher und Entwickler waren außerhalb Deutschlands beschäftigt.

Die wichtigsten Standorte unseres Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes sind Sindelfingen, Untertürkheim und Ulm in Deutschland. Zu unseren Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Nordamerika und Asien zählen Palo Alto, Kalifornien sowie das Forschungszentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie in Bangalore, Indien, und das Global Hybrid Center in Kawasaki, Japan. Darüber hinaus arbeiten wir mit verschiedenen renommierten Forschungsinstituten weltweit zusammen und beteiligen uns an internationalen Austauschprogrammen für Nachwuchswissenschaftler.

Zielgerichtete Einbindung der Zulieferindustrie. Um unsere anspruchsvollen Forschungs- und Entwicklungsziele zu erreichen, nehmen wir auch Leistungen aus der Zulieferindustrie in Anspruch. Gerade im Hinblick auf die in der Automobilindustrie anstehenden technologischen Herausforderungen und die Notwendigkeit, neue Technologien möglichst schnell zur Marktreife zu bringen, ist eine enge Verzahnung mit Zulieferfirmen unabdingbar. Im Rahmen der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit stellen wir sicher, dass die Kernkompetenzen für Technologien, die für die Zukunft des Automobils insgesamt und die Einzigartigkeit unserer Marken wichtig sind, im Unternehmen bleiben.

Mehr als 2.000 Patente angemeldet. Daimler hat im Jahr 2009 insgesamt 2.072 (i.V. 1.807) Patente neu angemeldet. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Antriebe und Sicherheit. Mehr als 500 Patentanmeldungen waren dabei dem Themenbereich emissionsfreie Mobilität, insbesondere dem Elektroantrieb mit Batterie oder der Brennstoffzelle, zuzurechnen. Wir werden in den nächsten Jahren unsere Technologie- und Innovationsführerschaft über alle Produkte und Marken hinweg mithilfe von gewerblichen Schutzrechten weiter ausbauen.

Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf hohem Niveau. Die für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Fahrzeuge wichtigen Forschungs- und Entwicklungsprojekte haben wir im Jahr 2009 zielgerichtet fortgeführt, gleichzeitig haben wir die Effizienz und die Qualität unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit weiter verbessert. Wir wollen den in der Automobilbranche anstehenden technologischen Wandel auch künftig mit richtungweisenden Innovationen aktiv mitgestalten. Deshalb haben wir bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen mit 4,2 (i.V. 4,4) Mrd. € ein hohes Niveau gehalten. In Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln nach IFRS wurden Entwicklungskosten in Höhe von 1,3 (i.V. 1,4) Mrd. € aktiviert. Schwerpunkte unserer Arbeit waren, basierend auf unserer Initiative »Der Weg zur emissionfreien Mobilität«, neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltfreundliche Antriebstechnologien. Dabei beschäftigten wir uns sowohl mit der Optimierung konventioneller Antriebstechnologien als auch mit der weiteren Effizienzsteigerung durch Hybridisierung sowie mit Elektroautos mit Brennstoffzelle und Batterie. Ein weiterer Schwerpunkt sind neue Sicherheitstechnologien: Im Rahmen unserer »Vision vom unfallfreien Fahren« verfolgen wir damit das Ziel, Unfälle weitestgehend zu vermeiden oder deren Folgen zumindest so gering wie möglich zu halten.

Forschungs- und Entwicklungsleistungen
in Milliarden €
Forschungs- und Entwicklungsleistungen

Die wichtigsten Projekte bei Mercedes-Benz Cars waren die Nachfolgemodelle für die A-/B-Klasse und die M-Klasse sowie neue Motorengenerationen und alternative Antriebssysteme. Insgesamt lagen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Mercedes-Benz Cars bei 2,7 (i. V. 3,0) Mrd. €. Daimler Trucks hat 1,1 (i.V. 1,1) Mrd. € für Forschung und Entwicklung aufgebracht. Schwerpunkte waren hier alternative Antriebe, neue Motoren im mittelschweren und schweren Bereich sowie Nachfolgegenerationen bestehender Produkte. Bei Mercedes-Benz Vans standen Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Motoren im Hinblick auf künftige Abgasnormen im Vordergrund. Der Bereich Daimler Buses hat seine Entwicklungsaktivitäten vor allem auf neue Produkte, die Erfüllung neuer Abgasnormen und auf alternative Antriebssysteme, wie zum Beispiel den Diesel Hybrid und die Brennstoffzelle, konzentriert.

2,1 Mrd. € für den Umweltschutz. Wir verfolgen das Ziel, die Ressourcen zu schonen und alle relevanten Emissionen zu reduzieren. Von der Fahrzeugentwicklung über die Produktion bis hin zu Recycling und umweltschonender Entsorgung haben wir daher die Auswirkungen aller Prozesse im Blick. Im Jahr 2009 lagen unsere Aufwendungen für den Umweltschutz bei 2,1 (i.V. 2,3) Mrd. €.

Umfangreiche Maßnahmen zum Umweltschutz in der Produktion. Mithilfe umweltfreundlicher Produktionsverfahren ist es uns gelungen, die CO2-Emissionen der Werke, die produktionsbedingten Lösemittelemissionen, Lärmbelastung und Geräuschemissionen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zu verringern. Bei einem vergleichbaren Produktionsvolumen sank der Energieverbrauch im Zeitraum von 2005 bis 2008 um 2,9% auf 10,4 Mio. Megawattstunden. Die CO2-Emissionen gingen im gleichen Zeitraum aufgrund des leicht gesunkenen Stromanteils um 3,3% auf insgesamt 3,6 Mio. Tonnen zurück. Deutlich größer als in den zurückliegenden Jahren waren die Einsparungen im Jahr 2009: 17,2% beim Energieverbrauch und 15,9% bei den CO2Emissionen. Dies ist einerseits auf das niedrigere Produktionsvolumen und andererseits auf unsere kontinuierlichen Anstrengungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs zurückzuführen. Durch ressourcenschonende Techniken, wie zum Beispiel Kreislaufsysteme, konnte der Wasserverbrauch zwischen den Jahren 2005 und 2008 um 2,3% gesenkt werden. Im Berichtsjahr kam es hier zu einem weiteren Rückgang um 22,4%.

In der Abfallwirtschaft lautet unser Leitsatz: Vermeiden und verwerten sind besser als beseitigen. Innovative technische Verfahren und eine umweltgerechte Produktionsplanung ermöglichen es uns, die Abfallmenge stetig zu reduzieren. Insgesamt verringerte sich die gesamte produktionsbedingte Abfallmenge zwischen 2005 und 2008 um 4,0% auf 1,1 Mio. Tonnen. Im Jahr 2009 war – einhergehend mit den verringerten Produktionsumfängen – ein Rückgang um 30% auf 0,8 Mio. Tonnen zu verzeichnen. Die genannten Angaben für das Jahr 2009 beziehen sich auf eine Hochrechnung der Umweltdaten für das Jahr 2009; die genauen Größen werden wir mit dem neuen Nachhaltigkeitsbericht im April 2010 veröffentlichen. Um unsere Aktivitäten im Umweltschutz zielgerichtet voranzutreiben, setzen wir auf umfassende Umweltmanagementsysteme: Mehr als 98% unserer Beschäftigten weltweit arbeiten heute in Werken, deren Umweltmanagementsysteme nach den Umweltnormen ISO 14001 beziehungsweise EMAS zertifiziert sind.

CO2-Ausstoß bei Pkw deutlich auf 160 g/km verringert. Im Berichtsjahr ging der CO2-Ausstoß der von uns in der Europäischen Union verkauften Pkw um 7% auf 160 g/km zurück. Damit haben wir deutlich größere Fortschritte als unsere Wettbewerber gemacht. Hierzu haben insbesondere auch unsere neuen sparsamen Motoren und die » BlueEFFICIENCY«-Modelle beigetragen. Die Ersten dieser verbrauchsoptimierten Fahrzeuge, mit denen wir im Vergleich zu den Standardmodellen zusätzliche Verbrauchseinsparungen von bis zu 12% erzielen, haben wir im Jahr 2008 eingeführt. Zum Ende des Jahres 2009 waren 58 »BlueEFFICIENCY«-Modelle am Markt verfügbar, bis Ende 2010 sollen es 76 sein. Mittlerweile haben fast ein Drittel der von uns in Europa verkauften Pkw einen CO2-Ausstoß von weniger als 140 g/km. Mit innovativen Technologien zur emissionsfreien Mobilität werden wir die Verbrauchs- und CO2-Werte künftig noch stärker reduzieren. Unser Ziel ist es, die CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der Europäischen Union bis zum Jahr 2012 auf unter 140 g/km zu senken. Auch die Schadstoffemissionen unserer Pkw haben wir in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert: um mehr als 70% seit 1995 und die Rußpartikel sogar um mehr als 95%. Mit der BLUETEC-Technologie sind wir bei Dieselfahrzeugen weltweit führend. Die damit ausgestatteten Pkw erfüllen die strengsten Abgasnormen und sind die saubersten Diesel-Pkw der Welt.

Verbrauchs- und schadstoffarme Nutzfahrzeuge. Auch bei den Nutzfahrzeugen haben wir den CO2-Ausstoß und die Schadstoffemissionen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert. Seit der Markteinführung im Jahr 2005 hat Mercedes- Benz mehr als 260.000 BlueTec-Lkw verkauft. Die BLUETEC-Technologie erhöht die Effizienz und reduziert den Schadstoffausstoß unserer Lkw nochmals deutlich: Der Verbrauch sinkt um 2 bis 5%, das sind bis zu 2.000 Liter weniger Dieselkraftstoff pro Lkw und Jahr. Der Mercedes-Benz Actros 1844 LS hält mit einem Verbrauch von 19,44 l Diesel/100 km den Rekord als weltweit verbrauchsgünstigster Serien-Lkw. Im Nutzfahrzeugbereich werden Erdgas- und Hybridantriebstechnologien favorisiert — dabei übernimmt die Hybridtechnik allerdings eine Schlüsselfunktion. Sie kann den Dieselverbrauch um bis zu 15% reduzieren. Daimler ist der weltweit führende Hersteller von Nutzfahrzeugen mit Hybridantrieb: Bis Dezember 2009 haben wir über 2.600 Orion- Hybridbusse, nahezu 540 Freightliner Lkw und Vans mit Hybridantrieb sowie mehr als 800 Lkw und Busse von Fuso mit Hybridtechnik an Kunden ausgeliefert. Insgesamt sind damit mehr als 4.000 Nutzfahrzeuge von Daimler mit Hybridantrieb weltweit unterwegs.

Forschungs- und Entwicklungsleistungen

2009 2008 09 / 08
in Millionen €

Veränd. in %




Daimler-Konzern
davon aktiviert
4.181
1.285
4.442
1.387
-6
-7
Mercedes-Benz Cars
davon aktiviert
2.696
913
2.994
1.060
-10
-14
Daimler Trucks
davon aktiviert
1.116
368
1.056
326
+6
+13
Mercedes-Benz Vans
davon aktiviert
193
0
228
0
-15
.
Daimler Buses
davon aktiviert
212
5
178
1
+19
+400

 

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